Ruth Linhart | Japanologie | Biographieprojekt Imai Yasuko


Herbst in Hamamatsu, ein Reisetagebuch

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Auf Genjis Spuren

21. November, Freitag

Ich war gestern und heute mit Frau U. in Kyôto. Es war wunderschön. Sie hat mich zu allem eingeladen. Ich hatte ein eigenes Hotelzimmer und zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Japan eine Privatsphäre.

Das war wie ein Schock, als ich in dieses kleine Hotelzimmer hineinkam, denn ich wusste bis zu diesem Moment nicht, ob U. san für uns nicht ein Zweibettzimmer gebucht hat. Ich machte die Tür hinter mir zu – und der Raum gehörte mir. Das Bad, die Dusche, das WC, das Wasser, der Einschrank, das Bett, das Fenster. Ich war allein und unbeobachtet und konnte mich halb angezogen aufs Bett legen und meine Sachen herumliegen lassen! Ein Glücksgefühl überkam mich wie eine Welle, die über mich hinwegschwappt.


Um sechs Uhr stand ich auf, am gestrigen Morgen. Es schüttete. Ich erledigte die Morgenverrichtungen. Na ja, regnet es halt, was kann man machen. Ich packe die lila Regenjacke von Mutter ein, die dicke schwarze Jacke ziehe ich an, den Knirps nehme ich mit, zusätzlich einen großen Schirm von Frau S., und ein zweites Paar Schuhe. Die Reisetasche wird doch wieder randvoll.

Um zehn nach acht Uhr gehe ich aus dem Haus, und der Bus nervt mich endlos. Eine volle Stunde brauchen wir bis zum Bahnhof. Dass der Bus starke Verspätung gegenüber seinem Fahrplan hat, wofür sich der Busfahrer immer wieder entschuldigt, ist mir hingegen egal. Endlich kommen wir an. Der Busfahrer parkt weit weg vom Bahnhof, ich finde fast nicht hin.

Schließlich lande ich doch im Zug und um dreiviertel elf Uhr in Kyôto. An der Sperre steht U. san. Wir freuen uns beide. Ich merke, dass sie älter ausschaut als vor drei Jahren. Müde. Und sie hat schon ganz graue Haare. Sie ist nicht 65, wie ich kurzfristig glaubte, sondern 69! Aber sie ging erst heuer im April in Pension. Universitätslehrer können anscheinend bis 69 bleiben, verdienen aber die letzten vier Jahre weniger. Das Pensionsthema wird sofort erörtert, weil auch ich heuer in Pension gegangen bin, und weil ich erst 58 bin. Das ruft die Frage hervor, wieso ich schon in Pension gehen konnte, und ich muss die ganzen Umstände erklären.

In Kyôto regnet es kaum. Es ist warm. Wir gehen in das New Hankyû Hotel gegenüber vom Bahnhof hinein und geben meine Gepäckstücke ab. Also hier schlafen wir. Ich bin beruhigt, weil das ein schönes großes und zentrales Hotel ist. „Ein altes Hotel, nicht schön", sagte hingegen U. san. Und dass sie hier waribiki, also Prozente bekomme, weil sie immer mit der Hankyû-Bahnlinie fahre. Was wahrscheinlich eine liebenswürdige Lüge ist, um mir die Last allzu großer Dankbarkeit zu ersparen.

„Heute fahren wir nach Uji", erklärt sie mir dann. Sie hat sich schon gestern über meine Wunschziele erkundigt.


Uji ist eine kleine geschichts- und literaturschwangere Stadt, die heute Kyôto einverleibt ist. Da ich einen Japan-Rail-Pass habe, der für private Bahnlinien nicht gilt, wählen wir die Nara-Linie vom Hauptbahnhof Kyôto, und fahren zirka eine halbe Stunde hin.

Uji verdankt seine Bekanntheit dem Anbau von Tee, dem Kormoran-Fischfang und dem Byôdôin. Dieser Tempel war ursprünglich eine Villa der Fujiwaras, einer Adelsfamilie, die in der frühen Geschichte Japans eine große Rolle spielt. 1052 wurde diese Villa in einen buddhistischen Tempel umgewandelt. Die Phönixhalle ist noch original aus dieser Zeit – eine Seltenheit in Japan, da Brände und Erdbeben fast alle ursprünglichen Gebäude vernichtet haben. Wohl auch daher hat sich in Japan ein anderes Verständnis als bei uns von „Originalität" entwickelt. Die Shintô-Religion fördert dieses. Das größte Shintô-Heiligtum, der Schrein von Ise, muss sogar alle zwanzig Jahre wieder neu aufgebaut werden, um dem Anspruch von absoluter Reinheit zu genügen.

Nach der Ankunft in Uji spazieren wir zum Byôdôin, aber Frau U. wendet sich nicht zur Phönixhalle, sondern schnurstracks in das schöne Holzgebäude im japanischen Stil neben dem Eingang zum Tempel. Ich wundere mich, als wir durch das Eingangstor gehen, und in einen kleinen Garten eintreten, in dem lila und rostrote Chrysanthemen blühen. Vielleicht irrt sich U. san? Das Parterre des Hauses ist nach vorne geöffnet, Amulette und andere religiöse Gegenstände sind ausgestellt. Hier ist ein kleiner Tempelladen.

Eine Frau in hübscher Haori-Jacke klaubt gerade herbstliche Blätter vom Boden. Sie schaut auf und ruft überrascht: „Ah, sensei!"

„Ich komme nur, um den Herrn Gemahl zu begrüßen, weil ich mit meinem Gast hier bin. Wie geht es ihm?"

„Am Vormittag geht es ihm immer besser."

Die Frau bittet uns ins Haus hinein. Gegen den Laden zu ist ein schöner Tatami-Raum, dahinter eine Art Empfangszimmer mit Teppichboden, Polsterbänken und Tisch. Ich bin begeistert, dass ich schon wieder hinter Kulissen schauen darf. „M. sensei war lange Zeit Rektor der Kônan-Frauenuniversität in Kôbe, er ist gleichzeitig der Priester, obôsan, des Byôdôin in Uji. Er lädt mich jedes Jahr ein, wenn die Glyzinien blühen, die fuji, die blühen sehr schön hier," erklärt mir U. san leise.

„M. sensei war lange Zeit Rektor der Kônan-Frauenuniversität in Kobe, er ist gleichzeitig der Priester, obôsan, des Byodoin in Uji. Er lädt mich jedes Jahr ein, wenn die Glyzinien blühen, die fuji, die blühen sehr schön hier," erklärt mir U. san leise.

U. san oder besser U. sensei – sie war die letzten fünf Jahre vor der Pensionierung Direktorin der Mittel- und Oberschule der Kônan-Frauenuniversität – und die Dame des Hauses, die gleich alt wie sie ist, aber jünger aussieht, beginnen ein höfliches Geplauder. Die Frau hat die Haare gefärbt und trägt Make up. Sie erzählt, dass eine Ausstellung vor der Türe steht, an der sie mitmacht. Es dreht sich, glaube ich, um Kalligraphie.

Jetzt kommt ihr Gatte, ein magerer älterer Herr. U. san sagt, dass er im Priestergewand sehr beeindruckend aussieht.

Anders als zum Beispiel der zukünftige Tempel von Herrn T., ist der Byôdôin ein Tempel ohne dankasan, ohne Gemeinde der Gläubigen, die für seinen Lebensunterhalt aufkommen. Daher muss jeder Priester des Byôdôin einen weiteren Beruf haben. M. sensei fuhr täglich zwei Stunden zur Kônan-Universität nach Kôbe, und zwei Stunden wieder von dort zurück nach Uji.

Er plaudert mit U. san über Lehrer und Bekannte und meint, dass es ihm nicht gut geht, auch wenn er gut aussieht. Seine Schwiegertochter bringt yôkan, eine Art Bohnengelee, von dem die Schwiegermutter sagt, dass er gut schmeckt. Sie selbst bringt uns den Tee, der in Uji besonders gelobt werden muss. Natürlich bekommt man, bevor man die Teetasse in beide Hände nimmt und gemessen zum Mund führt, erhitzte sterile weiße Tücher zum Händesäubern.

Etwas später schafft ihr der Gatte an, Prospekte für mich zu suchen. Es ist bisher erst das zweite Mal, dass ich meine Visitenkarten anbringe, aber in diesem Fall ist es wirklich ganz gut, dass darauf steht, dass ich „Fellow des Instituts für Ostasienwissenschaften der Universität Wien" bin. Denn ich erhalte zwei schwere Publikationen mit herrlichen Fotos vom Byôdôin bzw. dem dazugehörenden Museum. M. san erzählt, dass ab dem nächsten ersten Jänner der tausend Jahre alte Amida-Buddha eingerüstet und insgesamt fünf Jahre lang restauriert wird.

Nach einer passenden Zeit verabschieden wir uns. Die Gattin kniet solange in der offenen Tür und verbeugt sich immer wieder, bis wir durch das Gartentor geschritten sind. Ich hätte zu gern Fotos von unseren Gastgebern gemacht, aber ich verzichtete darauf, denn ich dachte mir, das wäre ungehobelt.

Später informiert mich U. san, dass der älteste Sohn des Ehepaares M. schon als kleines Kind zum Nachfolger als Tempelpriester bestimmt wurde und dass dieser Landschaftsarchitekt ist, er habe am Bau des Museums hier mitgewirkt. Er sei bis vor kurzem an einer entfernten Universität beschäftigt gewesen, da der Vater aber erkrankt sei, sei er an die Kyôto-Universität übersiedelt und wohne nun mit seiner Familie im Tempel. U. san vermutet, dass dies für die o-yomesan, die Braut, wie die Schwiegertöchter bis ins hohe Alter genannt werden, nicht einfach sei.


Nun widmen wir uns der Phönixhalle des Byôdôin. Diese Phönixhalle ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Japan. Eine lang gestreckte säulengestützte Veranda beherbergt im mittleren erhöhten Teil das eigentliche Heiligtum, den goldenen Amida-Buddha. Zwei Phönixe krönen den höchsten Giebel. Das Gebäude mit seinen geschwungenen Dächern ist von einem Teich umgeben, in dem es sich spiegelt. Es sieht ganz und gar unirdisch aus, als würde es auf dem Wasser schweben, selbst wie ein wunderschöner Vogel, der seine eleganten Flügel ausbreitet. Ich bin zu Tränen gerührt.

Es ist die Faszination des Originalen, die ich als Europäerin nicht abstreifen kann. Dort, in dem Gebäude mit den hölzernen Säulen, das ursprünglich eine Villa war, vielleicht hinter Vorhängen aus Seide und Brokat, bewegten sich und fühlten, liebten, aßen und schliefen die wirklichen Menschen der Heian-Zeit, welche uns die Erzählungen vom Prinzen Genji so nahe bringen. Vielleicht war es ein ähnliches Anwesen, in dem Onna san no miya, die jüngste Gemahlin von Genji, durch die Unachtsamkeit eines Katers zwischen den Vorhängen für Kashiwagi sichtbar wurde. Dieser verliebte sich wie vom Blitz getroffen in sie und schwängerte sie kurz darauf gegen ihren Willen. Der Stiefsohn Genjis war Kaoru, wieder ein leuchtender Prinz, der sich viel später in Ukifune verliebt, und zwar hier an diesem Ort, in Uji …

Ich bin zum dritten Mal hier, das letzte Mal war es Frühling, es regnete und mit den gespiegelten Dächern und Phönixen im Teich vermischten sich die blühenden Zweige der sudare-sakura, der Hängekirschen, die das Ufer umkränzen. Noch immer ist diese Szene Hintergrundbild auf meinem Laptop.

Ah, es ist gerade eine Führung in dem Pavillon selbst!

Wir treten barfuss auf den Holzboden der Säulenveranda und knien uns im Pavillon des Buddha hin, um der Führerin zuzuhören. Dieser schöne goldene Amida Buddha und diese wunderbar geschnitzten Boddhissatvas! 52 gibt es, 28 davon mit Musikinstrumenten in den Händen. An den Wänden hängen Kopien, die echten betrachten wir erst später, im Museum. Der Buddha ist von einer Aureole aus goldenen Schnitzwerk umgeben. Oberhalb des Buddha hängt ein quadratischer und darin ein kreisrunder Baldachin aus golden bemalter feinster Holzschnitzerei mit Blumenmustern. Dieser Baldachin schaut aus wie ein zarter Vorhang und ist nur ein bis zwei Zentimeter dick. Auch das ein einzigartiges Kunstwerk. Sowohl die Wände wie die Holzsäulen und Balken und die auf ihren Wolken schwebenden Boddhissatvas waren ursprünglich bunt, Wände und Holzteile mit Blumenmustern bemalt. Im Museum sieht man originalgetreue Animationen – auf weißem Hintergrund starkes Rot, Grün und Blau. Zu Prinz Genjis Zeiten war es hier also nicht düster wie jetzt, sondern strahlend bunt und fröhlich.


Anschließend umrunden wir in Muße den Phönix-Pavillon auf seinem Wasserbett, umgeben von einem Park, dessen momiji - Zwerg­ahornbäume - gerade rot zu werden beginnen. Auch das Byô­dôin-Museum mit den originalen Holzbodhisattvas und bronzenen Phönixen ist sehr informativ.

Dann spazieren wir zum Flussufer. Der Uji ist ein sehr hübscher heftiger Fluss, umgeben von relativ steilen bewaldeten Hügeln, einer wildromantischen Landschaft. Das Ukifune-Kapitel, das letzte des Genji monogatari, der „Erzählungen vom Prinzen Genji", spielt hier und schildert die Landschaft zu jeder Jahreszeit, sogar im Winter mit glitzerndem Schnee, in den schönsten Tönen.


Am Uji-Ufer kehren wir in das gepflegte japanische Restaurant Tatsumiya ein, in dem es Kyôto-Küche gibt. In der Eingangshalle liegen jede Menge Schuhe herum, aus den Tatami-Extrazimmern dringt Lärm von offensichtlich vergnügten Gästen. Wir wenden uns auf die andere Seite. Hier enden die Tatami vor einer langen Theke in einer Vertiefung, in der man die Beine abstellen kann. Es schaut nur so aus, als wäre hier die Tatami-Sitzweise gefordert, in Wirklichkeit sitzt man wie auf einer Bank. Ich bitte U. san, zu wählen und wir bekommen ein uchimaru-bentô – ein Körbchen, mit Schilf zugedeckt, in dem sich bunte Köstlichkeiten aus Fleisch, Fisch und Gemüse verbergen, deren Spezialität aber ist, dass sie vorgeben, etwas anderes zu sein: eine Kaki-Frucht aus Ei, ein Ahornblatt aus kamaboko – Fischwurst etc. Auch der Reis befindet sich in einem zugedeckten Körbchen. Zusätzlich gibt es misoshiro–Suppe und Tee.

U. san plaudert mit der Wirtin oder Geschäftsführerin. Die kommt hinter einem Vorhang heraus, ist zuerst etwas resch zu uns, was in Widerspruch zu ihrem schönen Kimono mit dem goldschimmernden Obi steht, dann aber, als U. san sagt, dass sie mit dem Priester des Byôdôin, M. sensei, schon hier gewesen sei, wird sie überaus freundlich.

Später spazieren wir weiter den Fluss entlang, auf die Insel, wo damals, als ich im Frühling im strömenden Regen mit Hans hier war, ein Keramik-Markt seine Schätze darbot, und über die geschwungene Brücke mit dem leuchtend roten Geländer weiter auf die andere Seite des Flusses. U. san macht mich auf die Kormorane aufmerksam, die zum Fischen verwendet werden. Wir sehen einen Reiher, und U. san sagt, die vermehrten sich so, dass sie eine Plage seien – Konkurrenz für die Fischer.

Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich der Ujigami-Schrein, dessen Gebäude noch älter als die Phönix-Halle des Byô­dôin sind. Sie wurden in der zweiten Hälfte der Heian-Zeit errichtet und sind Weltkulturerbe. In dem schlechten Reiseführer, den ich neu erworben habe und der nur schwer ist, steht dieser Schrein nicht drin.

Es regnet ab und zu, die Wolken hängen weit herunter, alles ist feucht und dampfig, und auf dieser Seite des Flusses sind kaum Leute. Ein paar Schüler lachen und albern und bücken sich unter das gakumon no wa, das Rad der Wissenschaft aus Stroh. Das soll Erfolg bei Prüfungen bringen. Ich steige auch durch, es kann nicht schaden!

Frau U. achtet auf den ausgetretenen rutschigen Stufen dieser ehrwürdigen Heiligtümer sehr auf ihre Füße. Sie hat Angst vor dem Hinfallen. Sie ist allein und denkt schon ans Altersheim, und wie sie all die vielen Sachen loswird, die sie hat. Am meisten Sorgen machen ihr die Kimonos, eigene und sehr schöne ihrer Mutter. Sie könne sie nicht mehr anziehen, denn die Farben seien für ihr Alter zu hell. Ich erinnere mich sehr gut an U. san Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, die zur Freude der ausländischen Studenten öfters Kimonos trug. Meine Mutter sagt, sie sei die hübscheste Japanerin gewesen, die sie in Japan gesehen habe.

Die prächtigen Kimonos wolle heutzutage niemand, nicht einmal geschenkt. Was sie auch nicht losbringt, sind die Deutschbücher. „Jetzt will niemand mehr Deutsch lernen." An der Tôkyô-Universität gebe es zehn Deutschlehrer und einen Deutschschüler. (Deshalb haben also die japanischen Bekannten nicht reagiert, als ich einmal anbot, in Japan Deutsch zu unterrichten!)


Während wir durch das nachmittäglich dämmrige Uji wandern, erzählt mir U. san von den Reden, die sie als Direktorin einmal im Monat halten musste, über laufende Probleme, aber auch über berühmte Frauen, da es sich um eine Mädchenschule handelte. „Meine erste Rede hielt ich über Rosa Luxemburg, die letzte über Hiratsuka Raichô. Was sagst du dazu?" Ich bin beeindruckt. Hiratsuka Raichô ist eine der bekanntesten Streiterinnen für Frauenemanzipation.


Immer wieder schlittern wir im Gespräch in Erinnerungen an früher. „Vor fast vierzig Jahren hat Ruto san in Japan Ishikawa Takuboku studiert," stellt mich U. san M. sensei vor. Ich frage U. san, ob sie sich erinnern könne, dass wir 1969 schon einmal zusammen in Uji waren, mit meiner Mutter, an einem heißen Maitag. Sie selbst wieder spricht viel von Thomas chan und Felix chan, den Söhnen, die schon lange erwachsen sind. Dass sie auf Thomas chan eine Woche aufgepasst hat. Das fällt ihr wieder ein, und sie sagt, sie hätte ein Foto mit Felix chan auf ihren Armen. Das war wohl, als sie einmal bei uns in Wien auf Besuch war. Sogar die Hochzeit mit S. in Sapporo kommt zur Sprache, das Hochzeitsessen in einem Hotel im benachbarten Otaru und dass das Auto damals bei der Rückfahrt nach Sapporo im Schnee stecken geblieben sei. Es war der 10. November, von dem ich unlängst geschrieben habe. Sie fragt mich auch, wie es S. san ginge.

Wir erinnern uns aber auch an den Opernbesuch gemeinsam mit U. sans Freundin in Wien. Der Computer der Staatsoper war ausgefallen, sodass die Karten, die ich per Visa bestellt hatte, nicht ausgegeben werden konnten. Die Vorführung fing deshalb eine halbe Stunde später an, und die Leute, deren Sitzplatz nicht eruiert werden konnte, wurden gebeten, heimzugehen. Ich bemerkte, dass einige Personen, die sich aufregten, schnell in den Zuschauerraum gebracht wurden, um Aufheben zu vermeiden. So begann auch ich ziemlich lautstark von mir zu geben, dass die beiden Japanerinnen extra von Japan hergekommen seien, um in die Oper zu gehen, was stimmte, es sei doch unmöglich, dass wir nun einfach nach Hause geschickt würden. Die Rechnung ging auf, wir wurden abgeführt, zu viel besseren Sitzen im Parkett, als die, welche ich gebucht hatte, und wir konnten uns von der traurigen Geschichte von Desdemona und Othello rühren lassen.


Schließlich landen wir im Genji Monogatari-Museum, ein architektonisch schönes Gebäude in lieblicher Umgebung. Im Garten wachsen Büsche, die wie die Autorin des weltberühmten Romans Murasaki oder Murasaki Shikibu heißen und mit kleinen violetten Beeren übersät sind. Bei uns heißen sie „Schönfrucht".

Hauptzweck des Museums ist es offensichtlich, zu erreichen, dass man sich vorstellen kann, wie die Protagonisten des „Genji monogatari“ oder der "Erzählungen vom Prinzen Genji" in der Heian-Zeit lebten. Man sieht einen Ochsenwagen, in dem die Damen, versteckt hinter Bambusvorhängen, reisten. Man sieht hinter Bambusvorhängen eine Dame im zwölffachen Kimono jener Zeit, wobei es in erster Linie auf die Farbzusammenstellung der Unter- und Übergewänder ankam. Man hört sogar die erwähnte Katze miauen und fühlt den Windstoß, der den Vorhang gelüftet und in der Folge zu Genjis Stiefsohn geführt hat. Dass Kashiwagi Genjis junge Frau Onna san no miya entehrt, wurde ihr angelastet, obwohl sie sich wehrt und der Liebesakt eigentlich eine Vergewaltigung ist. Die mädchenhafte Gattin des Genji hätte die Pflicht gehabt, zu verhindern, dass sie gesehen werden kann. Genji, der selbst ein heimliches außerheliches Kind ist, widerfährt mit der Geburt Kaorus dasselbe Schicksal wie seinem Vater und hüllt auch ihn, den ewigen Herzensbrecher, gegen Ende seines Lebens in die Melancholie des in seiner Eitelkeit verwundeten Ehegatten.

Als quasi-Höhepunkt bietet das Museum einen Film, in dem Puppen das traurige Schicksal der Ukifune darstellen, in die sich der Sohn und der Enkel des Prinzen Genji verlieben. Sie verliebt sich ebenfalls in beide. Der Film ist ziemlich kitschig, aber für Kinder vielleicht gut geeignet, um ihnen diesen berühmtesten japanischen Roman nahe zu bringen.


Die Nacht senkt sich schon herab, als wir zurück zum Bahnhof eilen, zurück nach Kyôto, zurück in unser Hotel, in unsere Zimmer. Eine Stunde Rast, die ich sehr genieße. Danach Essen im chinesischen Lokal des Hotels. Wir bestellen ausgefallene Speisen und können nichts davon aufessen. Während des Essens erzähle ich U. san von Imai san und vom Altersheim Garten Eden.

Danach schwirrt mir etwas der Kopf, die diversen Stromaggregate rauschen laut, ich nehme drei Baldriankapseln und schlafe auf dem breiten Bett sehr gut.


Heute früh regnete es nicht. Das Frühstück in dem schönen Raum mit der breiten Glasfront und Blick auf die bizarren Formen des neuen Kyôto-Bahnhofs schmeckte gut.

Ich führte mit U. san ein Gespräch über Legasthenie. Ich habe nämlich von einer Freundin den Auftrag, nachzufragen, ob es dieses Phänomen in Japan auch gibt. U. san sagte „Nein".

Wir kamen drauf, dass sich ein Schriftzeichen zu merken, in gewissen Sinn für ein kindliches Gehirn vielleicht sogar einfacher ist, als ein Wort, das aus verschiedenen Buchstaben, also kleinen Einzelteilen besteht. Ein Schriftzeichen ist ein für sich abgeschlossener Körper mit einer bestimmten Bedeutung. Ein Wort in unserer Schreibweise besteht aus jeder Menge von Elementen, die für sich keine Bedeutung haben, was den Erinnerungsvorgang sicher nicht leichter macht. Beim Schriftzeichen gibt es nichts zum Verwechseln, wenn man sich das Zeichen einmal gemerkt hat.

An sich ist die Reihenfolge der Striche bei einem Schriftzeichen übrigens ganz genau vorgegeben. Anscheinend ist es aber heutzutage so, dass die Kinder das Schriftzeichen schreiben dürfen wie sie wollen, wenn am Ende das richtige Ergebnis herauskommt.

Frau U. kam auch darauf zu sprechen, dass Japanisch zu schreiben mit dem Computer einfach geworden sei. Dabei werden im Japanischen für gewisse Silben eine Reihe Schriftzeichen angeboten und man braucht nur auf das Richtige zu klicken. Das bringt natürlich mit sich, dass man nicht mehr übt, es selbst zu schreiben.

Ich erzählte ihr, dass ich dadurch, dass ich jetzt mit dem PC Briefe und Ähnliches schreibe, überhaupt nicht mehr mit der Hand und mit dem Kopf die Zeichen zu üben brauche und dadurch die Schreibung immer mehr vergesse. Das Lesen geht oft, aber das Schreiben funktioniert ohne Wörterbuch nur bei wenigen Zeichen. Und U. san sagte, genau dieses Problem gebe es in Japan und bei den Kindern im Unterricht auch.


Erstes Ziel des heutigen Tages war der Flohmarkt, der koto-ichi, beim Tôji-Tempel. U. san nahm den Vorschlag von Frau S. freudig auf, aber wie erwartet handelten weder U. san noch ich die Preise herunter. Und wir kauften auch nichts Billiges.

Der Tôji ist der Tempel mit der fünfstöckigen Pagode, den man vom Zug aus sieht, wenn man nach Kyôto einfährt. Südlich vom Bahnhof. Auf seinem Gelände war alles schwarz von Menschen und bunt von Ständen. Es gab Süßes und Blumen, aber vor allem Geschirr, sehr schöne Sachen, doch ich ließ sie links liegen, denn der Transport ist gar so lästig. Und viele Stände mit japanischer traditioneller Kleidung, mit Kimonos, Haoris, Obis und allem, was dazu gehört. Wir sahen viele Ausländer dort, die nach überlangen Yukatas und Kimonos Ausschau hielten. Die Preise waren wirklich so niedrig wie in dem Geschäft, in das mich Frau S. in Hamamatsu mitgenommen hat, oder noch geringer. Ich genoss die Üppigkeit der Muster und Farben, wir griffen dies und jenes an. Auch das Leben und die Atmosphäre waren schön. Hinter dem Markt, als Kulisse, die geschwungenen Tempelarchitekturen. Alles getaucht in ein feuchtes, gerade zu schwüles gewitterfärbiges Licht.

Schließlich landeten wir bei einem Stand mit Blusen und T-Shirts aus Baumwolle mit handgedruckten japanischen Mustern darauf. Der Meister erklärte selbst und mit Begeisterung das Herstellungsverfahren. Man könne alles waschen und bügeln. Es gab auch Handschuhe, bedruckt mit jeweils einer einzelnen Blume und Gartenhandschuhe, solche, die bis zum Oberarm reichen und die Finger frei lassen. Nach langem hin und her kaufte ich zwei kurzärmelige T-Shirts, blau und lila – murasaki - mit weißem Blumenmuster auf der Vorder- und Hinterseite und drei Paar schwarze Handschuhe mit einer Tulpe, einem Ginkoblatt und einer Katze darauf. U. san schenkte mir ein dunkelgrünes T-Shirt mit Wasserfontäne und silbrigen Fischen.


Unser nächstes Ziel war der Tôfukuji, der Tempel zum östlichen Glück. Der Markt war beim Tôji, was soviel wie östlicher Tempel heißt.

Zurück zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin kehrten wir in die Toilette des New Miyako Hotel ein. Im New Miyako hat U. san nach dem großen Erdbeben von Kôbe etliche Wochenenden verbracht, sich gewaschen und Wäsche gewaschen. In Kôbe und Ôsaka waren damals alle Hotels überfüllt. Man konnte die Zimmer um den halben Preis mieten. Denn nach der Katastrophe gab es in Kôbe längere Zeit kein Wasser und keinen Strom.

Ich fragte U. san, wie sie das Erdbeben erlebt hat. Es war um fünf oder halb sechs Uhr früh, im Februar. Sie wachte von einem heftigen Stoß auf und dachte, es sei irgendwo eine Explosion. Die Stöße kamen wieder und wieder, alles begann zu schwanken und nun wusste sie, dass es sich um ein Erdbeben handelte. Sie blieb im Bett liegen. Da es Winter war, war sie mit einer dicken Decke zugedeckt und das war ihr Glück, denn natürlich fielen die Möbel um und auf sie. Sie wurde zwar verletzt, aber nur ganz leicht. Die meisten Toten gab es, weil sie unter umgefallenen Möbeln erstickten! U. san wartete bis es hell wurde, denn sie konnte kein Licht machen, weil es ja keinen Strom gab. In ihrer Umgebung rauchte es an zwei, drei Stellen, aber es brannte nicht viel. Viel brannte in der Siedlung von Kôbe, in der die kleinen Fabriken stehen. Diese Leute waren zu der frühen Stunde schon auf und kochten gerade ihr Frühstück. U. san erzählte auch wieder, dass ihre Mutter das große Erdbeben von Tôkyô 1923 erlebt habe. Dieses war ja um zwölf Uhr Mittag, als alle kochten, und das hatte verheerende Folgen.


Wir nahmen den Zug nach Nara, den wir auch gestern genommen hatten, fuhren aber nur eine Station. Frau U. hatte den Tipp Tôfukuji aus dem Fernsehen, dort wird jeden Tag verlautbart, wo in Kyôto gerade die schönsten momiji, die herbstlich verfärbten Blätter, zu sehen sind. Es wussten also mehrere Leute Bescheid, und alle diese drängten sich auf dem Weg von der Station zum Tempel. Auch der Tôfukuji steht übrigens in meinem Reiseführer nicht drin!

Dieser Tempel der Rinzai-Sekte des Zen-Buddhismus wurde im 13. Jahrhundert erbaut, aber die ältesten erhaltenen Teile stammen aus dem 15. Jahrhundert. Das Tal hinauf zur Haupthalle, über das sich drei Brücken spannen, ist berühmt für seine bunten Ahornblätter im Herbst. Der Hang ist völlig mit Zwergahornen bedeckt, wobei das Wort „Zwerg" sich nur auf die Größe der Blätter, nicht auf die der Bäume bezieht. In diesen bunten Wald in allen Farbschattierungen von sattem Grün über flammendes Orange bis zu leuchtendem und zu ganz tiefem, fast violetten Rot, mischen sich die Holzkonstruktionen des Tempels und erhöhen noch den Reiz des Anblicks. Wir spazierten, ich fotografierte, wie hunderte andere auch. Als der Film fast fertig war, hörte ich auf zu fotografieren und schaute nur mehr.

Wir betraten die Haupthalle, dort gab es Gärten ohne momiji, mit Kombinationen aus Kies- und Moosgärten, säuberlich in verschiedensten Mustern gerecht, die alle ihre Bedeutung haben, die wir aber beide nicht kannten. Wir saßen auf dem glatt polierten Holzboden der Veranda und schauten hinaus in die Kreise aus Kies und in die Blätter der Bäume, und ich genoss die Schönheit - von rechts nach links und von links nach rechts nur Schönstes.


Als wir auf dem Rückweg zum Bahnhof waren und U. san schon vom Curry-Reis sprach, den wir essen wollten, entdeckte sie, dass wir gerade den Sesshûji-Tempel passierten. Den habe sie immer schon sehen wollen, das sei der berühmteste Tempel hier.

Mittlerweile war es Mittag, und vielleicht deshalb waren hier fast keine Leute. Ein kleiner Tempel, intim. Eine Gruppe Ausländerinnen, junge, englischsprachige, die eine Art Seminar abhielten, verzog sich auch bald. Andere Gäste hatten an der offenen Veranda Tee getrunken und erhoben sich ebenfalls. Wir spazierten zuerst über den Reisstrohboden bis zu dem berühmten Teehäuschen. Das ist winzig, hat gestückelte Tatami, gestückelte Fenster und eine runde Öffnung in der Wand mit Blick in den Garten, der hochberühmt ist. Ich ließ mich auf die Tatami nieder, um diesen Blick entsprechend zu würdigen, holte aber meine Kamera nicht mehr aus der Tasche. Dann setzten wir uns auch hier an den Rand der Veranda und bestaunten die Bäume.

Jetzt blühen überall die sazanka, die Herbstkamelien, weiß und rosa und rot. Viele Hecken sind voll mit Blüten, und hier gab es ebenfalls Kamelien-Büsche. Aber auch maki – Steineibe, podocarpus macrophylla - , die in Hamamatsu als Hecke die Gärten umkränzen, und matsu – Kiefern. Der kleine Garten des Tempels endete mit einer Wand aus Bambus. Einen Baum kannten wir beide nicht. mokkoku – Ternstroemie oder Ternstroemia japonica - heißt er, erfragte Frau U..

Sesshû ist der berühmteste japanische Maler, sagte U. san. Alle japanischen Kinder kennen ihn aus der Schule. Er habe als Kind sehr schlecht gelernt, aber schön gemalt, zum Beispiel mit dem Fuß aus seinen Tränen eine Maus.


Wir verabschiedeten uns von diesem stillen Ort und ich fragte U. san ein bisschen über ihre Familie aus. Sie stammt aus einer Samurai-Familie. Das wolle sie aber nicht hervorheben, denn Samurais hätten als Beruf gehabt, Leute zu töten, sagte sie. Ihr Vater sei Bauer (eher Landbesitzer) in der Präfektur Wakayama auf der Kii-Halbinsel gewesen. Ihre Mutter stamme von bushi – einer Kriegerfamilie - aus der Präfektur Yamaguchi. Der Vater der Mutter sei Meiji zwei geboren, 1869, habe die Tôkyô-Universität besucht und sei dann chiji - Gouverneur - von Nara gewesen, und auch sonst in ganz Japan herumgekommen, von Wakayama bis Sendai in der Präfektur Miyagi. Die Mutter habe sieben Geschwister gehabt, und jedes Geschwister sei woanders geboren worden. Ein Bruder der Mutter führte das Pferderennen aus Frankreich in Japan ein! Er hieß Yasuda oder Yoshida … U. san selbst hat die Nihon-Frauen­universität in Tôkyô besucht.

Während dieser Erzählungen gingen wir zu weit, wie mir auf einmal auffiel. Eine freundliche Schülerin in dunkelblauer Uniform zeigte uns den Weg zurück zum Bahnhof, und nicht lange danach kamen wir endlich zu unserem Curry im New Hankyû-Hotel.


Beim Curry-Reis fragte ich U. san noch über das hiesige Pensionssystem aus, das derzeit die Pension ab dem Alter von sechzig Jahren auszahlt. In Zukunft soll das erst ab 65 passieren. Das Problem mit der geplanten Pensionsreform besteht darin, sagt U. san, dass in Japan das Alter, ab dem die Pension ausbezahlt wird und das Alter der Pensionierung in Zukunft nicht mehr zusammenfallen werden. Allerdings gibt es eine große Abfertigung – taishokukin heißt die hier – , aber es sei trotzdem ein Problem, wenn Firmen die Leute mit sechzig oder schon früher kündigen und die Pensionsauszahlung erst mit 65 anfange. Ein gesetzlich vorgeschriebenes Pensionsantrittsalter gibt es nicht.

Darüber reden jetzt alle in meiner Umgebung. Auch heute früh im Hotelradio hörte ich einen Beitrag. Der Experte im Radio, ich glaube, er war von der Kyôto-Universität, sagte, es sei gut, dass in Japan im Unterschied zu anderen Ländern, die alten Leute noch arbeiten wollen. Aber oft seien sie schon geschwächt. Energiedrinks nützten da auch nichts mehr. Für die Firmen sei es deshalb ein großes Problem, die alten Leute länger zu beschäftigen.


Schon am Bahnhof, als sie mit mir zusammen auf meinen Shinkansen-Express wartete, erzählte mir U. san, wie sie als Kind acht Stunden von Tôkyô nach Ôsaka gefahren sei, und in Hamamatsu habe man aussteigen können und sich auf dem Bahnsteig das Gesicht waschen. Darum sei Hamamatsu natsukashi – ein nostalgischer Ort - für sie.

1945 war U. san in der vierten Klasse Grundschule. Sie und ihre um zwei Jahre jüngere Schwester waren in der Präfektur Chiba bei Tôkyô im Haus der Großmutter untergebracht, das im Mai 1945 zerstört wurde. Ihr Vater war damals „im Ausland."

„Unser Haus in Tôkyô ist schon am 13. April 1945 bei einem Bombenangriff auf Tôkyô niedergebrannt worden. So ist meine Mutter mit mir und meinen Geschwistern in die Heimat meines Vaters nach Wakayama gefahren. In Tôkyô war nach den Bomben-angriffen eine Wüste, aber in Shizuoka, wo Hamamatsu liegt, standen die Kirschbäume in voller Blüte. Es war wie eine andere Welt."


Anmerkungen

Fotos| 25.10| 26.10| 27.10| 28.10| 29.10| 30.10| 31.10| 1.11| 2.11| 3.11| 4.11| 5.11| 6.11| 7.11| 8.11| 9.11| 10.11|
11.11| 12.11| 13.11| 14.11| 15.11| 16.11| 17.11| 18.11| 19.11| 21.11| 22.11| 23.11| 25.11| 26.11| 27.11| 28.11

Ruth Linhart | Japanologie | Biographieprojekt Imai Yasuko Email: ruth.linhart(a)chello.at