Ishikawa Takuboku und der japanische Naturalismus Inhaltsverzeichnis
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Leseprobe
Ruth Linhart

Ishikawa Takuboku und der japanische Naturalismus
Ein Beitrag zur Ergänzung des Takuboku-Bildes in der japanischen Literaturgeschichte


Beiträge zur Japanologie Band 8, Wien 1971 Institut für Japanologie an der Universität Wien

Nachdruck Hans Hauer und Ruth Linhart Eigenverlag
Wien 2020, 362 S.

ISBN: 978-3-9504820-0-3

Bestellung handgebundener Exemplare bei der Autorin um € 25,90


Ishikawa Takuboku ist ein japanischer Dichter der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert. Er stirbt 1912 mit 26 Jahren. Berühmt ist er vor allem für seine Tanka, 31-silbige traditionelle Kurzgedichte, die er radikal erneuert. Er schreibt aber auch Romane, Essays, Tagebücher und Briefe sowie lange Gedichte nach westlichem Muster.
Die 1971 publizierte Dissertation „Ishikawa Takuboku und der japanische Naturalismus“ beleuchtet, wie diese am Ende der Meiji-Zeit moderne literarische Strömung sich in Takubokus Werken widerspiegelt. Sie kommt zum Ergebnis, dass es seine Tanka, und da vor allem jene seiner Sammlung „Trauriges Spielzeug“ sind, in denen die Ideen des japanischen Naturalismus anklingen.


Wenn ich nachdenke,
scheint es nichts zu geben, was ich wirklich möchte.
Ich putze die Pfeife.


Auch der heutige Arbeitstag
war nur ein einziges Warten
auf die Zeit, nach Hause zu gehen.


Jetzt habe ich im Traum den Kuckuck gehört.
Traurig,
dass ich den Kuckuck nicht vergessen kann.


Ich dachte, es sei mir ziemlich fern,
das traurige Herz des Terroristen –
es gibt Tage, an denen es mir näher kommt.


Der Herbst ist nah!
Wenn ich die warme Glühbirne berühre –
wie vertraut für die Haut auf den Fingern.


Draußen vor dem Garten ging ein weißer Hund.
Ich wende mich um.
Sollen wir uns einen Hund halten, frage ich meine Frau.

Ruth Linhart | Eigenverlag | Japanologie